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Gepäckmeister in Ausbildung: Achim T.

Pro Tag werden im gesamten Flughafen über 100.000 Gepäckstücke von ankommenden und abfliegenden Passagieren transportiert. Während einer Schicht bewegen IG-Mitarbeiter Hunderte von Gepäckstücken. Neuartige Vakuum-Hebehilfen erleichtern den Arbeitsalltag der Gepäckabfertiger. Die Vakuum-Geräte entlasten die Kollegen bei der körperlichen Arbeit und fördern die Rückengesundheit. Die Maschinen haben sich im Arbeitsalltag bewährt. Zudem gibt es in jeder IG-Dienststelle ein Rotationsverfahren, das den Gruppenleitern bei der täglichen Einteilung der IG-Mitarbeiter hilft. Es gibt grüne, gelbe und rote Arbeitsbereiche – je nach Schwere der Arbeit. Damit wird auf eine faire Einteilung geachtet, sodass jeder Mitarbeiter mal entlastet und mal gefordert wird.

Achim T. arbeitet seit Anfang 2013 als Gepäckabfertiger bei BVD-IG 3 (Gepäckservice). Mittlerweile hat er sich alle Qualifikationen angeeignet, die es im Gepäckservice gibt: die Ausbildungsstufen A, B und C. Seitdem bekannt wurde, dass sich FraGround-Beschäftigte weiterqualifizieren können für Meister-Positionen, war das Ziel von Achim T. die Ausbildung zum Gepäckmeister. Regelmäßig werden viele FraGround-Gepäckabfertiger geschult und höherqualifiziert, sodass sie sich für die Gepäckmeister-Ausbildung bewerben können.

Achim T. erinnert sich: „Nachdem ich meine Bewerbung zum Gepäckmeister eingereicht hatte, wurde ich zu einem Auswahltest eingeladen. Da ging es um betriebliche Fragen aus meinem Arbeitsalltag und Fragen zu Themen der Ausbildungsstufen A und B. Außerdem wurde ich auf meine soziale Kompetenz und Führungsqualität hin geprüft. Ich musste mich zum Beispiel hineinversetzen in die Rolle einer Führungskraft und wurde gefragt, wie ich in einer bestimmten Situation entscheiden würde.“ Der nächste Schritt war ein weiteres Gespräch mit Vorgesetzten von FraGround und Fraport.

Nach den Tests und Gesprächen hatte Achim T. ein gutes Gefühl. Denn er hat, wie er selbst sagt, von den Besten gelernt und letztlich nur ihretwegen dahin gelangen können, wo er heute ist: „Über die Jahre habe ich von meinen Fraport-Kollegen alle Feinheiten, Kniffe und Handgriffe eines Gepäckabfertigers gelernt. Sie alle, ob Stufe 3-Kollegen oder Gepäckmeister verschiedener IG-Abteilungen, haben ihre wertvollen Erfahrungen aus der Praxis an mich weitergegeben. Für dieses Know-How bin ich ihnen allen sehr dankbar und wusste und weiß ihre Unterstützung sehr zu schätzen.“ Sein gutes Gefühl hat sich bestätigt: Die Tests und Gespräche hat er gemeistert. Am 1. April 2018 startete dann seine Ausbildung zum Gepäckmeister.

In Theorie- und Praxisphasen lernt Achim T. jetzt alles über die Aufgaben des Meisters und lernt währenddessen viele verschiedene Arbeitsbereiche kennen, die ihm bisher verborgen blieben. Auch während der Ausbildung gilt es, Tests zu bestehen.

Was ändert sich ändern, wenn Achim T. Gepäckmeister ist? „Ich habe dann nicht nur eine Aufsichtspflicht, sondern auch eine Fürsorgepflicht für meine Mitarbeiter.“ Der Sicherheitsbeauftragte weiß: Das Unfallrisiko am Flughafen ist hoch. „Sicherheit geht immer vor. Wir alle wollen nach Feierabend unbeschadet zurück zu unseren Familien nach Hause.“ Er weiß, dass er als Gepäckmeister noch mehr Einblicke in die Hintergrundprozesse erhalten wird, um die er sich als Gepäckabfertiger am Gepäckband nie Gedanken machen musste. Gepäckmeister zu sein, ist eine Führungsposition. „Ich bin aber nicht nur für meine Gepäckabfertiger-Mannschaft verantwortlich, sondern auch dafür, dass alle Koffer und Gepäckstücke pünktlich beim richtigen Flieger ankommen.“ Natürlich zahlt sich die Höherqualifizierung zum Gepäckmeister auch finanziell aus. Das Gehalt steigt mit den Aufgaben und der Verantwortung.

Und danach? Es gibt verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten in den drei Abteilungen BVD-IG 1, BVD-IG 2 und BVD-IG 3. „In allen Dienststellen gibt es die Möglichkeit, sich für die Arbeit am Steuertisch im Ground Control Center ausbilden zu lassen. Bei uns in der IG 3 gibt es einen so genannten Inbound-Tisch. Hier werden mit Computern unterschiedliche Aufträge erstellt und disponiert. Ich könnte mir gut vorstellen, hier zu arbeiten.“ Der Unterschied zur körperlichen Arbeit am Gepäck-Rundlauf in der Halle würde sich natürlich bemerkbar machen. Er könne sich aber auch gut vorstellen, eines Tages als Verfahrenstrainer neue Kollegen auszubilden und einzuweisen.

Achim T. hat die Entwicklung von FraGround in der Gepäckabfertigung über die Jahre aus erster Hand mitbekommen. „Nach und nach haben sich Türen geöffnet, die bis dahin verschlossen gewesen waren.“ So hat er sich zum Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfer seiner Dienststelle ausbilden lassen und arbeitete zudem drei Jahre jeweils in der Wintersaison als Flugzeug-Enteiser. „Das waren willkommene Abwechslungen“, sagt er. Den Flughafen konnte er dadurch jedes Mal aus neuen, spannenden Perspektiven kennenlernen. Etwas Grundlegendes habe sich ebenfalls geändert: „Heutzutage dauert es nicht mehr so lange, sich weiter zu qualifizieren, wie früher. Gepäckabfertiger erhalten die BRS- und die Vorfeldführerschein-Ausbildung sowie die Positionskunde vergleichsweise schneller als damals.“

BRS steht für Baggage Reconciliation System. Damit werden Gepäckstücke von der Aufgabe des Passagiers am Check-in bis zum Einladen ins Flugzeug identifiziert und verfolgt, sodass keines verlorengeht oder ohne seinen Besitzer fliegt. Das BRS zu beherrschen, ist eine Grundvoraussetzung fürs Weiterkommen bei IG.

Die Anforderungen an einen Gepäckabfertiger sind unterschiedlich und werden mit jeder Ausbildungsstufe vielfältiger. Neben dem Be- und Entladen von Gepäckwagen und Containern gehört auch der Transport von einzelnen Gepäckstücken direkt zum Flugzeug auf Position dazu. Das sind so genannte Quick-Fahrer. Ein weiterer Arbeitsplatz von Gepäckabfertigern nennt sich Abflug- oder Ankunftstätigkeit. Hier wird der Mitarbeiter entweder direkt hinter dem Check-in oder am Gepäck-Ausgabeband im Terminal eingesetzt. Er transportiert Gepäck, das nicht in die Gepäckförderanlage passt (zum Beispiel Sperrgepäck, Tierkäfige oder zerbrechliche Gegenstände). Dabei steht er in direktem Kontakt mit den Passagieren, Check-in-Kollegen und Airline-Vertretern, weshalb sein äußeres Erscheinungsbild gepflegt sein sollte.

Bewerbern und neuen Mitarbeitern würde Achim T. vor allem eines raten: „Mit Ehrgeiz und einem konkreten Ziel vor Augen kannst du hier sehr weit kommen. Wer gleich alles gibt bei der Prüfung der Ausbildungsstufe A, ist bestens vorbereitet auf die Prüfung der Ausbildungsstufe B.“ Und wer eine Prüfung sofort mit 100 Prozent bestehe, mache damit nicht nur auf sich aufmerksam, sondern schaffe sich sehr gute Voraussetzungen, um schnell aufzusteigen. „Natürlich bedeutet ein Aufstieg auch immer mehr Geld. Aber was mindestens genauso wichtig ist: Dein Aufgabenfeld vergrößert sich und du hast mehr Abwechslung.“  

Als Nächstes will sich Achim T. einen Traum erfüllen: „Ich werde meine Freundin heiraten. Das hatte ich ihr versprochen, als ich mich für die Ausbildung beworben habe.“