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Lademeister-Agent in Ausbildung: Bilel S.

Bilel S. ist seit August 2013 am Flughafen Frankfurt. Angefangen hat er als Flugzeugabfertiger im Ladeservice bei BVD-RL 3. Er kann sich noch genau an den Anfang erinnern: „Ich war sehr beeindruckt von dieser neuen Flughafenwelt. Zum ersten Mal war ich so nah an Flugzeugen und mittendrin im hektischen Flughafenbetrieb.“ Mit seinem Job als Flugzeugabfertiger kam er schnell sehr gut zurecht. „Natürlich wirst du manchmal körperlich gefordert, aber das gehört nun mal dazu. Und im Team ist die Arbeit halb so schwer.“ 

Bilel S. lobt den kollegialen Zusammenhalt in seiner Dienststelle, obwohl hier viele Kulturen aufeinandertreffen. Er zitiert ein Sprichwort: „Auch die Finger an einer Hand sind nie gleich.“ Jeden Tag auf Position mit verschiedenen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzuarbeiten, sieht er als Vorteil. Der Umgang untereinander ist respektvoll.

Für Bilel S. war von Anfang an klar: Er will in seinem Bereich weiterkommen und aufsteigen. Lademeister zu werden, war schon früh sein Ziel, das er seitdem nicht aus den Augen verloren hat. „Denn der Flughafen als Arbeitsplatz gefällt mir einfach. Und nicht jeder sieht die Flugzeuge aus so vielen verschiedenen Perspektiven wie ein Abfertiger.“ Ein Lademeister könne auf Position alles bedienen, fahren und bestimmen. „Du hast dann sozusagen einen Schlüssel, der in jede Tür passt.“

Sobald es die Möglichkeit gab, sich bei FraGround für die Ausbildung zum Lademeister-Agenten zu bewerben, ergriff er die Chance. Er hat eine genaue Vorstellung davon, was es heißt, Lademeister-Agent zu sein. „Während der Flugzeugabfertigung auf Position bist du von A bis Z für alles verantwortlich, nicht nur für deine Abfertigungs-Mannschaft. Du musst den Überblick haben, wenn es um das Entladen und Beladen des Flugzeuges geht und um die Betankung, um die Säuberung und um das Catering. Fehlt etwas, musst du es bestellen. Als Lademeister-Agent bist du der Chef auf Position und kommunizierst mit den Piloten. Die sagen dir dann zum Beispiel, ob das Flugzeug technische Probleme hat oder ob die Crew wechselt und sie geben dir Infos bezüglich des Loadsheet.“

Ein Loadsheet ist ein Ladeplan. Anhand der Informationen im Ladeplan weiß ein Lademeister-Agent, wie ein Flugzeug beladen werden muss. Wichtig ist dabei, ein Gleichgewicht im Flugzeug zu halten. „Jetzt während meiner Ausbildung schaue ich oft auch einem erfahrenen Lademeister über die Schulter, wie er ein Flugzeug entlädt oder belädt.“ Bilel S. und der erfahrene Fraport-Lademeister tragen beide jeweils ein Tablet vor der Brust, das sich ‚Mobis‘ nennt. Hier kann Bilel S. genau die einzelnen Arbeitsschritte des Fraport-Lademeisters nachverfolgen und lernt so direkt aus der Praxis. Die offizielle Bezeichnung seines Fraport-Kollegen ist Protokollführer, er selbst wird als Lademeister-Unterstützer bezeichnet.

Der nächste, wichtige Schritt für Bilel S. ist das Bestehen der IHK-Prüfung. Dann kann und darf er auch Lufthansa-Maschinen abfertigen. Es folgen weitere Ausbildungsstufen, die ihn auf die Abfertigung von Mittelstrecken- und Langstreckenflugzeugen vorbereiten. „Dann werde ich endlich auch eine Boeing 747 oder einen Airbus 380 abfertigen können.“ Die Abfertigung von Lufthansa-Maschinen findet überwiegend auf Deutsch statt. Daneben muss ein Lademeister-Agent eine englische Lizenz erwerben, um auch englischsprachige Airlines abfertigen zu dürfen. „Englisch ist ja auch die Flughafensprache“, weiß Bilal S. „Mit Englisch habe ich keine Probleme.“

Dank der Ausbildung zum Lademeister-Agenten ist Bilel S. Gehalt gestiegen. Er setzt das jedoch in Relation: „Das Plus beim Gehalt merke ich schon, aber natürlich habe ich jetzt viele andere, anspruchsvolle Aufgaben und mehr Verantwortung, als vorher. Nicht nur für die Lade-Crew, sondern auch für hunderte von Passagieren im Flugzeug. Ich kann mir nicht einen kleinen Fehler erlauben.“

Wo sieht sich Bilel S. in fünf Jahren? „Ich würde gern als Tisch-Disponent arbeiten oder als Marshaller. Das sind zurzeit für mich realistische Ziele.“ Ein Marshaller lotst Flugzeuge direkt auf ihre vorgesehene Position und überwacht den gesamten Abfertigungsprozess. Er muss zudem Sicherheits- und Ordnungsvorschriften auf Position überwachen.

Und was würde er einem neuen Mitarbeiter raten? „Es gibt nichts, das man nicht machen kann, wenn man etwas will. Ich habe mir damals das Ziel gesetzt, eines Tages Lademeister zu werden und dann noch weiter aufzusteigen. Das ist machbar, solange du korrekt arbeitest. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität sind wichtige Eigenschaften, die man unbedingt mitbringen sollte, denn wir als Flughafen sind vor allem ein Dienstleister und jeder Mitarbeiter erbringt eine Dienstleistung für die Airlines.“ Manchmal kommt es zu Verzögerungen im Flugplan, weil zum Beispiel das Wetter verrücktspielt. Viele Maschinen können dann nur verspätet starten. „Wenn du dich dann freiwillig für eine Dienstverlängerung meldest, kannst du am nächsten Tag früher gehen, wenn es der Betrieb erlaubt. Und es macht bei deinen Vorgesetzten einen guten Eindruck.“